Funktionale Architektur aus Kalkar

Betriebsausflug 2020

Betriebsausflug 18.09.2020

Unser diesjähriger Betriebsausflug stand unter dem Motto „Beim Radfahren lernt man eine Region am besten kennen, weil man dessen Hügel empor schwitzt und sie dann wieder hinuntersaust.“

Um das Motto in die Realität umzusetzen haben wir für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die kein Firmen E-Bike besitzen, ein E-Bike gemietet.

Gestartet sind wir gut gestärkt und mit vollem Akku im Gepäck in Kalkar. Ab sofort hetzte die Meute ständig dem „gelben Trikot“ hinterher.

Startpunkt der Fahrradtour

Der Weg führte uns von Kalkar aus über den Behrnenweg zum Haus Horst. Die Seniorenresidenz Haus Horst, ein historischer Rittersitz, liegt in einer der größten bioklimatischen Schonzonen Deutschlands am unteren Niederrhein.

Sie finden das Anwesen an der Via Romana, unmittelbar vor den Toren Kalkars. Teile des geschichtsträchtigen Sitzes wurden im 12. Jahrhundert auf römischen Mauern erbaut. Unter Wahrung des Denkmalschutzes wurde das Gebäude nach aktuellen Qualitätsmaßstäben modernisiert.

Von Haus Horst sind wir entlang des Mössekiep geradelt Richtung Römerstraße. Von der Römerstraße aus kommend sind wir weiter auf der alten Bahn gefahren in Richtung Moyländer Allee. An der Moyländer Allee gelegen liegt der Land-Golf-Club Schloss Moyland.

Von dort aus sind wir über den Katzenbuckel durch das Naturschutzgebiet Moyländer Bruch gefahren in Richtung Schneppenbaum. Das Naturschutzgebiet der Moyländer Bruch ist ein Erbe der Eiszeit.

Moyländer Bruch

Die Hügelkette im Hintergrund ist eine alte Stauch-Endmoräne, also eigentlich nichts anderes als ein gewaltiger Sand- und Geröllhaufen, den Gletscher in der Eiszeit aufstauten. Der Katzenbuckel führt auf den Voltaire Weg. Dieser Weg hat seinen Namen vom berühmten französischen Philosophen erhalten, der hier im 18.Jahrhundert gewandert ist. Der Voltaire-Weg führt durch den schönen Wald und ist nicht geteert, aber trotzdem schön zu fahren mit den breiten E-Bike Reifen. Enden tut der Voltaire Weg in Schneppenbaum.

Von dort sind wir Richtung LVR-Klinik in Bedburg-Hau gefahren. Dann ging es weiter Richtung Haus Freudenberg in Kleve nahe dem Sternbuschbad. Vom Sternbusch aus sind wir das Kermisdahl entlang geradelt.

Kermisdahl Kleve

Anfang des 15. Jahrhunderts suchte die Stadt Kleve einen unmittelbaren Zugang zum Rhein. Die Entwässerung der Niederung erfolgte über natürliche Gewässer: über den Kermisdahl und weiter stromabwärts über den Tweestrom, der gleichzeitig als Mühlengewässer für eine Wassermühle diente. Um 1400 wurde ab Nellewardgen der Spoykanal als Abzweigung des Tweestroms gegraben. Er hatte die doppelte Funktion: Schifffahrtsweg und Entwässerungsgraben. Auf letztgenannte Funktion deutet auch der Name hin. ‚Spoy‘ ist wie das niederländische ’spui‘ etymologisch mit ’spucken‘ verwandt und deutet auf eine Entwässerungsstelle.

Für das Abfahren von Getreide aus dem Raum Kleve und das Heranbringen von Kohle aus dem Ruhrgebiet war der Wasserweg aber unverzichtbar.

1907–1910 wurde die Wasserstraße den gestiegenen Schiffsgrößen durch Erweiterung des Spoykanals auf 3 m Tiefe und 10,5 m Sohlenbreite sowie durch den Neubau einer Schleuse angepasst. Ein neuer Hafen wurde im Bereich der heutigen Hochschule Rhein-Waal angelegt. An diesen Hafen erinnern heute u.a. der Kran auf dem Hochschulgelände und der sog. ‚Wissensspeicher‘ an der Stelle eines in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebauten Getreidespeichers.

Von der Hochschule Rhein-Waal aus sind wir entlang der alten Bahnstrecke (Kleve-Nijmegen), heute Europa Radbahn, Richtung Mehrer Straße geradelt. Die Mehrer Straße führte vorbei am Cafe Lindenhof, wo wir eingekehrt sind zum Kaffe trinken und Kuchen essen. Diese Stärkung war lecker und wir haben es genossen in der Sonne zu sitzen.

Besuch im Cafe Lindenhof, Mehr

Nach der Einkehr im Lindenhof sind wir über die Wibbeltstraße, den Boursweg, den Tutweg, die Keekener Straße, die Trübsche Straße, den grünen Weg und die Stegstraße nach Düffelward gefahren. Düffelward liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist ein Ortsteil der Stadt Kleve. Düffelward liegt an einer Gabelung der römischen Straße von Xanten nach Nijmegen. Zahlreiche Funde erinnern an die römische Vergangenheit des Ortes in der Nähe des Römerlages Rindern.

Von Düffelward aus sind wir über die Johanna Sebus Straße/Am Alten Rhein zur Griethausener Eisenbahnbrücke gefahren.

Mitarbeiter Architekturbüro Wilmsen

Die Griethausener Eisenbahnbrücke ist die älteste noch erhaltene Brücke der Eisenbahn im deutschen Abschnitt des Rheins und steht unter Denkmalschutz. Sie wurde 1863-1865 von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft mit Errichtung der Linksniederrheinischen Strecke von Köln über Neuss, Krefeld und Kleve zu den niederländischen Nordsee-Häfen unter der Leitung von Emil Hermann Hartwich gebaut und führte über einen toten Rheinarm in Richtung Elten und weiter nach Zevenaar in den Niederlanden. Der Rheinstrom wurde mit einem Trajekt überquert.

Eisenbahnbrücke Griethausen

Das gesamte Brückenbauwerk erstreckt sich über eine länge von etwa 484,4m und besteht aus einer Hauptöffnung mit einer Spannweite von 100m über den Altrhein und zwanzig einfachen Fachwerkträgerbrücken über das breite Hochwasserbett.

Fachgespräch über die Historie der Eisenbahnbrücke Griethausen

Dort haben wir zum Abschluss gegrillt und den Abend ausklingen lassen. Einige von uns sind von Griethausen noch nach Kalkar zurückgefahen mit dem E-Bike. Viele haben sich aber auch abholen lassen und die E-Bikes wurden mit dem Anhänger zurück transportiert. Alles in allem war es eine sehr schöne, gut organisierte Fahrradtour.